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Traurig

Ein Schiff wartet auf mich im Hafen, es ist bereit, wie ich, den Anker
zu kappen, vielleicht für immer. Es gibt dort kein Zuhause
und hier keinen Hafen auf ewig.

Vielleicht kann ich jenseits des Meeres
noch einmal von vorn beginnen.
Vielleicht holen mich die Schatten ein von damals,
doch ich habe keine Angst mehr.

Ich winke der Möwe am Kai und bleibe vorerst hier
und bin einfach nur traurig.

Klänge

Ein Klang hat mein Herz berührt, rüttelt mich wach,
ich will es noch einmal versuchen und ich fühle,
da ist noch viel mehr, als ich für möglich hielt…

Sternenkind

Es war nur ein Gedanke, doch er
war schon fast zu laut.
Es war nur ein kleiner Moment,
doch er war schon fast
zu lang.

Ein Wunsch verwandelt sich in
Lichtertränen, zurselben Zeit
verglüht ein Stern, Lichtjahre
entfernt.

Dort hinter all den Bäumen
hab’ ich einen geheimen Baum.
Dort hinter all den Bäumen,
wartet mein Baum.

Ich wünsch’ mir zu sehen,
klar durch die Nacht.
Ich wünsch’ mir zu fühlen,
klar in der Nacht.

Gedanken kreisen schon
seit ew’gen Zeiten ungezählt
auf ew’gen Bahnen ungelöst.

Und ich wünsch’ mir zu sehen,
klar durch die Nacht.

Wind

Wo bleibt der Wind, der mich wieder fühlen lässt,
der mich schüttelt, aufwühlt und Wasser bewegt.
Ich sehne die Veränderung herbei, die nur eine
Fortsetzung meiner längst eingeschlagenen
Richtung sein wird.

Ich erwarte und wünsche nichts Unmögliches,
ich möchte nur ein wenig vom Wind berührt sein,
ein Hauch, ein  Stoß, eine Böe, ein Windspiel.
Oder ist das etwa kindisch?  ;)

Geordnete Zeit. Schweigen dort wo Zweifeln war.
Halte dich fest oder geh’ unter ich geh’ nicht mit.
Geordnete Welt. Meine geringer als deine doch
bin ich nicht weniger glücklich.
Halte die Zeit an und baue ein Wolkenschloss.
Mit Steinen die dir niemals in den Weg gelegt
wurden. Ich schenk’ dir meine gerne dazu.
Geordnete Welt. Zeit. Gedanken. Und du.
Schein-bar. Ohne mich.
Träume warten nicht.

Seelentraumgewand

Bei Nacht
bin ich die
Träumeweberin
und sitze unter’m
Silbermond
am Rad der Erde
spinne ich den
Seelenfaden um die
ganze Welt.

Glitzerperlen, Freundschaftsstricke
Sehnsuchtsfäden, Hoffnungstau
daraus web’ ich mein Gewand.

Liebesgarn und Elfenhaar
Wolkenwolle, Tränenstaub
nähe ich sachte ein
in meinen Stoff.

Bei Nacht bin ich die
Träumeweberin
am Rad der Erde
sitz’ ich unter’m
Silbermond
und spinne
sacht aus reiner
Seelenseide
der Welt ein
Seelentraumgewand.

Herz aus Stein

Bleierne Schleier über stummen Schmerz,
meine Nacht verdeckt schwarz einstiges Rot.
im Inneren ausgehöhlt und fast tot,
verschenke ich ein sterbendes Herz.

Tief in Höhlen begraben Herzen aus Stein,
ich gebe vor, es hätt’ sie nie gegeben.
Nicht mehr dran denken, weiterleben,
die ich einst war, möcht ich nicht mehr sein.

Traum

Dich wiedersehen, in deinen Augen mich verlieren,
in deinen Armen für den Moment und immer versinken.
Mit dir sein und nicht an den Abschied denken,
wenn es dann soweit ist, mit meinem Schal dir winken.

Ich strecke meine Hand der Sonne entgegen,
Augen blinzelnd, mein Haar weht im Wind.
Mein Lächeln küsst dich, verschmitzt und verlegen.
Was ist die Welt, ich bin wieder ein Kind.

Ein Schimmer entgleitet sanft deinem Blick
und streift wärmend mein Gesicht.
Wir beide, wir ziehen an einem Strick,
in der Ferne leuchtet ein helles Licht.

Jetzt.
Sieh’ dich nicht um, bleib’ jetzt nicht stehen.
Sammle deine Kraft, um weiter zu gehen.
Dort.
Suche dort nach Wegen, die du im Dunkeln findest.
Vereinzelte Zeichen, deren Spur du verbindest.
Immer.
Immer bleibt jenseits aller Wege als letzte Option ein Weg.
Wenn du alle verfehlst, ist es für diesen noch nicht zu spät.
Hier.
Fühle, was es ist, was dich trägt, werfe hier deinen Anker aus.
Gehe überall hin, wo du willst und komm’ irgendwann nach Haus.

Fort

zu lange verweilt in unwirtenem land
den anker geworfen nirgends auf grund
ungetröstet in eile verlasse ich jenen ort
dahin gehaucht letztes scheidende wort
atme entkräftet mit trockenem schlund
geblieben ist nichts, was uns verband.

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